Motivation
Susanne Zinsers zeigen eine weite Bandbreite, zwischen großen abstrakten Arbeiten, die mit einer leidenschaftlichen Hingabe zur Farbigkeit und den Rhythmen der Natur entstehen und feinen Collagen aus Papier und Stoff, die sie der Poesie des Details widmet, dem Rauschen und dem Flüstern des Materials.
Bildergeschichten. So wie sie staunend vor dem steht, was die Natur geschaffen hat, so ist ihre künstlerische Arbeit ein immerwährender Versuch die Natur in ihrer besonderen Einzigartigkeit abzubilden, wohlwissend, dass es niemals gelingen wird, die Natur in ihrer besonderen Einzigartigkeit abzubilden.Der lose Pinselstrich weicht ab von der Form. Konturen und Ränder können offenbleiben.
Bewahren, Erhalten, aufmerksam machen. Da ist die Freude an der Schönheit von Dingen, die wir wegwerfen, weil wir sie nicht mehr benötigen, ein neues Gesicht zu geben. Auf das „Wertlose“, wie Papier, Verpackungsmaterial, Stoffe – richtet sich ihre Aufmerksamkeit bei der Arbeit mit Collagen. Sie sieht oft das Besondere in diesen achtlos aussortieren Dingen, die im Müll landen, weil sie ihre Funktion verloren haben. Darüber hinaus ist es der Reiz etwas entstehen zu lassen, nicht aus der Fülle des Vorhandenen und Perfekten, sondern aus dem Wenigen, dem sogenannten „Restmaterial“. Risse, Fäden, Löcher haben daher ihre Berechtigung im Bild. Dazu legt sie einen Faden. Der Faden, meist figürlich, fügt sich ein in das Bild.
In der Begegnung mit Papier und Stoff versucht sie auf eine sensible Art, das Monumentale der Malerei in die Intimität des Fragments zu übersetzen, wobei ihre Werke im Moment der Betrachtung den individuellen Assoziationen des Gegenübers begegnen, dem die Deutung frei bleibt.
So dreht sie sich zwischen Malerei, Collagen und dem realen Tun, KOPFÜBER.
2026
Susanne Zinsers Kunstwerke verzaubern durch ihre hauchzarten, farbintensiven Texturen. Sowohl ihre Themen, als auch die gewählten Mittel zeugen von einer poetischen, weiblichen Weltanschauung. Wenn es ein Wort für die Empfindungen, die die Bilder hervorrufen gibt, dann ist es Synästesie, im Sinne der Einheit von Sinnesempfindungen. Sie sind leidenschaftlich und voller Gefühl, Lebensfreude und Melancholie. Sie berühren, genau wie ein Kleidungsstück die Haut berührt. Einige Bilder sind ein Mix aus unterschiedlichen Materialien. Dabei kann es sein, dass aus der alten Lieblingsbluse nunmehr ein Bild geworden ist.
Through the use of vivid, colour-intensive textures, Susanne Zinser’s artwork enchants. Both her themes and materials offer a poetic, feminine view of the world. If there is a word for the sensations evoked by her images, it is ‘synaesthesia’ - the unity of senses. They are passionate and full of emotion, both joie de vivre and melancholy. Their ability to touch occurs in the way a garment touches the skin. Some paintings recall a mix of different materials. When observing Zinser’s work, it may be that an old favorite blouse has now become a picture.
Paulina Tsvetanova
Fast schwebend wirken Susanne Zinsers Gemälde. So unaufdringlich ihre Bilder, so beeindruckend ist die Wucht, mit der sie sich im Kopf festsetzen. Wer sich auf eine Reise in das Reich der poetischen Pastelltöne einlassen will, der war ab Dienstag, 27. November 2018, in der Oranienburger Tourist-Information richtig. Dort stellt die Hohen Neuendorferin ihre mit gekonntem Pinselstrich auf die Leinwand gebrachten Werke aus. »Heimat« ist ihr großes Thema. Heimat ist ein tiefes Gefühl und zugleich für jeden etwas anderes: ein Ort, eine bestimmte Zeit, ein Geruch, die Familie, Kindheitserinnerungen, eine Geisteshaltung oder Tradition, ein sehr subjektiv geprägtes Gefühl von Vertrautheit und Zugehörigkeit – oft auch eine Sehnsucht nach etwas.
Frauen-Porträts, Abstraktes, Figürliches: Susanne Zinsers künstlerische Heimat lässt sich nicht auf eine bestimmte Stilrichtung festlegen. In ihren oft aus unterschiedlichen Materialien zusammengestellten Gemälden hält die Künstlerin den Begriff Heimat offen, frei, unabhängig, farbig explosiv — bis hin zur monochromen Stille. »Ich kann nicht vorbeigehen an Resten, Papier, Stoffe, Wischtücher usw. und versuche ab und zu, diese experimentell ins Bild einzuarbeiten«, erklärt die Künstlerin. Es fällt ihr nicht leicht, ihre Malerei zu beschreiben: »Manche sagen, meine Bilder wären sehr weiblich. Schöne Frauen, sanfte Farben. Zartes. Konkret oder verwischt. Das mag sein, ich bin ja eine Frau. Und wie soll ich sonst malen, wenn nicht weiblich? Selbstbestimmt in Freude, Glück, Zuversicht und einer Stärke, etwas zu wollen. Ich denke immer noch, das beste Bild habe ich noch gar nicht gemalt.«
Stefanie Steinicke-Kreutzer
Tourismus & Kultur Oranienburg gGmbH
Veranstaltungsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit
